Diakonie hilft bei Schulstress: 32% der Schüler haben Schlafprobleme, 21% haben Bauchschmerzen

Montag, 10. Februar 2020
Diakonie Lernbetreuerin Hannah Höfler rechts im Bild, sie schneidet einen Apfel. Links im Bild (von hinten) ein Mädchen, das lernt
Für Diakonie Lernbetreuerin Hannah Höfler ist es vor allem wichtig, mit Kindern in Beziehung zu treten und ein fürsorgliches Umfeld zu schaffen
Wenn die Angst, nicht zu genügen, Kinder krank macht. Kinder brauchen Zuspruch und Zutrauen.
Diakonie Lernbetreuerin Hannah Höfler rechts im Bild, sie schneidet einen Apfel. Links im Bild (von hinten) ein Mädchen, das lernt

Februar. Die zweite Halbzeit im Schuljahr beginnt. Viele Kinder starten sorgenvoll in ein neues Semester. Rund 20% aller SchülerInnen in Österreich fühlen sich ziemlich bis sehr stark belastet. Schlechte Noten und negative Beurteilungen im Zeugnis können Kinder sehr stark unter Druck setzen. Die Angst vor Versagen und nicht zu genügen, macht krank. „35% der SchülerInnen mit Schulstress leiden unter Kopfschmerzen, 32% haben Schlafprobleme, 21% Bauchschmerzen", zitiert Martin Schenk, Sozialexperte der Diakonie und selbst Psychologe, eine aktuelle Studie. Das sind mehr als doppelt so viele wie bei den nicht-gestressten Schülern. Kinder fangen an zu bettnässen oder klagen über Bauchschmerzen, Übelkeit und Schlafstörungen. „Unter diesem Stress leiden auch die Schulleistungen massiv“, weist Schenk auf „eine wichtige Erkenntnis für Bildungspolitiker“ hin: „Wenn man Schüler, die schon belastet sind, noch weiter unter Druck setzt, dann werden sie langsamer – und nicht schneller“.

Zuspruch und Zutrauen – und auf die Stärken schauen

„Wenn sich bei einem Kind seine angespannte Situation auf körperliche Weise ausdrückt und ein Kind häufig vor der Schule über Bauchschmerzen oder Übelkeit klagt, sind dies Alarmsignale. Dann ist es höchste Zeit, zu überlegen, wie der innere Anspruch des Kindes und der äußere soziale Druck reduziert werden können“, beschreibt Psychologin Irene Hanke, Leiterin der Erziehungs- und Familienberatungsstelle im Diakonie Zentrum Spattstraße in Linz. „Ein Kind braucht in der Zeit, in der es selbst an sich zweifelt und dabei verzweifelt, Zuspruch und Zutrauen. Es braucht das Gefühl, angenommen und sicher zu sein, ganz egal was es leistet. Sind diese Bedürfnisse erfüllt, kann sich das Kind wieder offen, unbeschwert und neugierig seinen Aufgaben zuwenden.“

Die Familienberatungsstelle des Diakonie Zentrums Spattstraße bietet Unterstützung bei Problemen in der Schule, Leistungs- und Konzentrationsschwierigkeiten, Schulverweigerung, Lernproblemen und Ängsten. Auch Eltern, die sich Sorgen machen, weil ihr Kind körperliche Symptome zeigt, finden hier Rat und Hilfe.

Übrigens: Semesterbeginn ist ein idealer Zeitpunkt, um mit dem Kind auf seine Stärken zu schauen. „Es tut Kindern gut, wenn ihnen bewusst wird, was sie gut können und gerne tun“, so die Beraterin. Und sie ermutigt: „Im Grunde können Kinder selbständig lernen. Eltern können und sollen für einen guten, entspannten Rahmen sorgen, damit sich Kinder auf ihre Aufgaben einlassen können.“

Checklist gegen Schulstress

Für Diakonie Lernbetreuerin Hannah Höfler ist es vor allem wichtig, mit Kindern in Beziehung zu treten und beim Lernen ein fürsorgliches Umfeld zu schaffen. Hannah Höfler hat einige Lerntipps für alle, die im schulischen Bereich arbeiten. „Diese Tipps können Inspiration sein, aber jedes Kind braucht etwas anderes. Was genau das ist, gilt es, gemeinsam mit dem Kind herauszufinden."

Was wichtig ist, für gutes Lernen:

  • Gutes und ruhiges Lernklima schaffen
  • Selbstbestimmtheit fördern - das Kind auswählen lassen, was es wann lernen möchte, und das Tempo selbst bestimmen lassen
  • Pausen für Bewegung und Stärkung
  • Kind stärken
  • Schule im Alltag nicht zum Hauptthema machen
  • Gemeinsam Lern-Tricks erarbeiten
Mehr Lerntipps »

 

Studien: *HBCS-Studie 2014 und 2018, *DAK Präventionsradar 2017

Familien- und Erziehungsberatung

im Diakonie Zentrum Spattstraße