Chalupka: Krise intelligent begegnen und Langfristiges wagen

Dienstag, 10. Dezember 2013
Schulassistentin in einer Förderklasse hilft einem Kind
Soziale Dienstleistungen haben großes Beschäftigungspotenzial

Großes Beschäftigungs- und Wachstumspotenzial durch Ausbau von sozialen Dienstleistungen

„Österreich braucht mutige PolitikerInnen, die langfristige Projekte konzipieren und große Investitionen wagen,“ reagiert Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich, auf die heutigen Äußerungen von Wirtschaftskammer-Chef Leitl im Ö1 Morgenjournal. „Derzeit wird vor allem das Investitionspotential im Sozialbereich nicht erkannt – und das obwohl die Europäische Kommission seit fast einem Jahr einen Ausbau dringend empfiehlt, und nordische Staaten diesen Beschäftigungsmotor schon lange nutzen, und uns hier als Vorbild dienen sollten.“

Der Gesundheits- und Sozialsektor ist ein wachsender und zugleich stabilisierender Sektor. Obwohl es hier großes Beschäftigungspotenzial gibt, wird dieses noch zu wenig genutzt, derzeit sind etwa 9 % aller Beschäftigten hier tätig, in den nordischen Staaten sind dies bis zu 20 %. Und auch die Europäische Kommission hat im Rahmen des Social Investment Package bereits im Februar dazu aufgerufen, mit Investitionen in den Sozialbereich der Krise intelligent zu begegnen.

„Vor allem bei der Kinderbetreuung kann noch viel getan werden,“ verweist Chalupka auch auf die Zahlen der Europäischen Union, die zeigen, dass Österreich noch weit unter dem Barcelona-Ziel liegt, wonach für 33 % der unter 3jährigen ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen sollte. „Möchte die neue Regierung etwas Neues und Zukunftsweisendes machen, dann sollte dringend in unsere Kleinsten investiert werden,“ so Chalupka.